Juniriss - Fortbildung vom 8. Juni
Juniriss Praxisschulung
Am 8. Juni 2026 fand in Feldmoos eine Praxisschulung zum Thema Juniriss statt. Unter der Leitung von Dominike Bühler (LRA), Werner Bärenweiler und Manfred Linder erhielten 30 Teilnehmende, darunter 20 FachwartInnen aus dem aktuellen Fachwartkurs, einen umfassenden Einblick in diese wichtige Pflegemaßnahme für Obstbäume. Die Veranstaltung kombinierte theoretische Grundlagen mit praktischen Beispielen und bot Raum für Fragen und Erfahrungsaustausch.
Vorteile und Wirkung des Junirisses
Der Juniriss ist eine gezielte Maßnahme, bei der im Frühsommer unerwünschte, grüne Neutriebe (Wasserschosse) ausgerissen werden. Diese Methode bringt zahlreiche Vorteile für den Baum und erleichtert die Pflege nachhaltig.
Die wichtigsten Vorteile
- Bessere Belichtung und Belüftung:
Mehr Licht und Luft in der Krone fördern die Photosynthese, beugen Pilzkrankheiten vor und verbessern die Fruchtqualität. - Förderung der Fruchtbildung:
Die Energie des Baumes konzentriert sich auf das Fruchtholz und die Früchte – das steigert Ertrag und Qualität. - Ruhigeres Wachstum:
Weniger Blattmasse bedeutet weniger Neuaustrieb und erleichtert den Schnitt in den Folgejahren. - Bessere Nährstoffversorgung:
Die verbleibenden Triebe und Früchte erhalten mehr Nährstoffe, was den Baum stärkt und widerstandsfähiger macht. - Geringe Infektionsgefahr:
Kleine Wunden verheilen schnell, das Risiko für Infektionen ist minimal. - Keine Neubildung von Trieben an der Ausrissstelle:
Da auch die schlafenden Augen entfernt werden, entstehen dort keine neuen Triebe. - Geringer Pflegeaufwand:
Der Juniriss ist einfach, meist ohne Werkzeug durchführbar und spart Zeit bei der Baumpflege.
Wirkung auf den Baum
- Die Baumkrone bleibt offen, gesund und gut belüftet.
- Die Fruchtbildung wird stabilisiert und die Qualität der Ernte verbessert.
- Der Baum wächst ausgeglichener und ist weniger anfällig für Krankheiten.
- Die Pflege wird langfristig erleichtert und der Schnittaufwand sinkt.
Typische Juniriss-Situationen aus der Praxis
- Stammnahe Neutriebe am Stamm und stammnahe Triebe werden entfernt.
- Stamm- und Leitastverlängerung: Neutriebe die die Baumerziehung stören werden entfernt (keine Besen, Verlängerungen schlank machen!).
- Triebe auf der Astoberseite werden ausgerissen, um die Bildung von Reitern zu vermeiden.
- Nach innen wachsende Triebe werden entfernt, damit die Krone offen bleibt.
- Triebe an der Astunterseite werden entfernt.
- Jungbaum mit gleich starken Ästen: Hier ist besondere Vorsicht geboten, um keine Schäden an den verbleibenden Ästen zu verursachen, wird hier mit der Rebschere gearbeitet.
- Im peripheren Astbereich können einzelne steile Neutriebe für spätere Ableitungen belassen werden.
Fruchtholzfördernde Triebe, die seitlich am Ast ensetzend, nach außen gerichtet und leicht ansteigend wachsen, werden belassen.
Der Juniriss kann je nach Standort oder Baumart von Ende Mai bis Ende Juli erfolgen.
Fazit:
Die Praxisschulung am 8. Juni 2026 vermittelte anschaulich, wie der Juniriss gezielt eingesetzt wird, um Obstbäume gesund, ertragreich und pflegeleicht zu halten. Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Tipps für die Umsetzung.
Manfred Linder